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Bereits 825 ist in Wendhusen, heute im Stadtgebiet von Thale gelegen, durch Angehörige der altsächsischen Adelssippe der „Hessi“ ein Kloster als Kanonissenstift gegründet worden.
Aus dieser Zeit haben sich noch bauliche Reste der ehemaligen Stiftskirche St. Pusinna erhalten, die besichtigt werden können. Es ist das einzige karolingerzeitliche Bauwerk auf dem Gebiet Sachsen-Anhalts und das älteste Kanonissenstift im Osten Deutschlands. Veränderungen aus der Zeit um 1000 mit bedeutenden Architekturformen konnten in jüngster Zeit entdeckt werden. Der mächtige, blockhaft erscheinende Turm entstand in zwei Bauabschnitten während des 12. Jahrhunderts und ist während des 16. Jahrhunderts in nachklösterlicher Zeit zweckdienlich zu einem Wohnturm durch Angehörige der Familie von Steuben umgebaut worden.
 
       
 
Das Stift selbst wurde durch König Otto I. 936 mit dem in Gründung befindlichen Reichsstift Quedlinburg verbunden. Es verlor im Spätmittelalter seine einstige Bedeutung, behielt aber dennoch einen eigenen Konvent mit einer Pröpstin an der Spitze und umfangreichen Grundbesitz sowie Rechtsimmunität. Die Damenstiftskirche ist vermutlich durch die Bauernunruhen 1525 größtenteils niedergebrannt worden, wie archäologische Befunde bestätigen. Das Stift selbst war nach der großen Kirchenvisitation 1540 aufgelöst und der Grundbesitz durch Lehnsvergabe in ein Rittergut umgewandelt. Bis 1945 waren namhafte Adelsfamilien, wie die von Weddelsdorf, von Steuben, von Hartwig und von dem Bussche-Streithorst Besitzer. Jeder Besitzer hat an den Baulichkeiten seine Spuren hinterlassen, so dass heute Stilelemente von der Karolingerzeit über die Romanik, Renaissance, Barock bis Klassizismus besichtigt werden können. Das Rittergut Wendhusen mit seinem Landwirtschaftsbetrieb war während der DDR LPG, die Baulichkeiten sind zwischen 1991 und 1995 grundsaniert.

 
 
 
Heute
Das Stift selbst wurde durch König Otto I. 936 mit dem in Gründung befindlichen Reichsstift Quedlinburg verbunden.
Der Westteil der ehemaligen Stiftskirche, der romanische Kirchturm, das Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert und die darin enthaltene Ausstellung zur Geschichte und Baugeschichte des Kanonissenstiftes können besichtigt werden (Mittwoch bis Sonntag von 14.00 – 17.00 Uhr). Weiterhin sind spezielle Führungen, auch außerhalb der Öffnungszeiten, nach Anfrage möglich. Ein Museumscafé lädt ein zur Erfrischung und Rast.
Im laufenden Kalenderjahr werden zahlreiche Sonderveranstaltungen wie Vorträge, historisches Handwerk, Seminare oder szenische Spiele aus Mittelalter oder Barockzeit in Form lebendiger Geschichtsdarstellung angeboten.
 
 
 
 
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